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Warum Aufklärung nicht Negation der Religion bedeutet

Zunächst möchte ich die These der 10. und letzten Lektion der Frageform aller anderen Lektionen anpassen. Daher soll sie folgendermaßen heißen:

Warum die Inhalte der Religion nicht bewiesen werden können und sie dennoch Wirklichkeit besitzt.

Im Zuge der Aufklärung im 18. und 19. Jahrhundert schien vielen bedeutenden Denkern die Religion als zugehörig zu einer Epoche, in der die Menschheit noch einer unrealistischen, illusionären – eben nicht aufgeklärten – Weltanschauung anhing, die jetzt endlich überwunden wurde.

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Warum alles relativ ist und es dennoch das Absolute, das Bleibende im Wandel gibt

Wenn vom Absoluten die Rede ist, ist von Gott die Rede. Normalerweise. Aber hier nicht. Das Absolute ist der Gegensatz zum Relativen, mehr nicht. Der Begriff muss nicht aufgeladen werden, so dass er seinen Sinn nur im Religiösen besitzt. Als Gegensatz zum Relativen hat das Absolute Anspruch auf Geltung im Bereich des Wirklichen. Absolut ist das Bleibende am Wandel. Das gibt es.

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Warum Heideggers Nähe zum Faschismus nicht zu leugnen ist und seine Philosophie trotzdem gelesen werden sollte

HeideggerHeidegger muss gelesen werden, weil man eine Antwort auf seinen weltweiten Einfluss als Philosoph geben muss. Trotz der berechtigten Ächtung wegen seiner Nähe zu den Nazis und seinem abscheulichen, primitiven Judenhass ist er bis heute aus der Diskussion über die Gegenwart nicht wegzudenken.

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Warum wir alle sterben müssen und doch etwas Unendliches an uns haben

Ganz unbefangen sagen wir beispielsweise: „Das ist unendlich traurig.“ Oder: „Da habe ich mich unendlich gelangweilt.“ In der Alltagssprache gebrauchen wir das Wort unendlich wie einen Superlativ. Meinen wir aber dabei genau das, was wir sagen? Eher nicht. In der Schule lernen wir, dass sich zwei Parallelen in der Unendlichkeit treffen. Die horizontal liegende Acht gilt als Zeichen des Unendlichen. Man kann also sagen: Wir gehen mit dem Unendlichen sprachlich irgendwie um. Manchmal sprechen wir auch von der Unendlichkeit des Alls. Aber das soll ja vor 13,8 Milliarden Jahren durch einen Urknall entstanden sein, ist also nicht unendlich, hat also auch eine Grenze, einen Anfang. Welchen Sinn hat es dennoch vom Unendlichen oder der Unendlichkeit zu sprechen?
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Warum nicht sicher ist, was in Zukunft geschieht und man trotzdem das Gute tun soll

MoralMan kann es einfach erklären: Wenn sicher wäre, was in Zukunft geschieht, bräuchte man nicht Gutes tun. Es würde sowieso kommen – oder nicht. Wir würden nur Erfüllungsgehilfen dessen sein, was sowieso kommt. Krasser: Wir würden nur Ausführungsorgane dessen sein, was sowieso kommen muss.
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Warum Einsteins Relativitätstheorie richtig ist, aber nicht die wahre Wirklichkeit aufdeckt

EinsteinUnion JackDER AUSGANG DES
MENSCHEN AUS SEINER SELBST VERSCHULDETEN HÖHLE

Selbstverständlich will ich nicht philosophisch die Relativitätstheorie von Einstein widerlegen. Ich will sie nicht einmal bestreiten. Was ich will, ist ihre Deutung in Frage stellen. Was heisst hier Deutung? Was sie im Verhältnis zum Menschen ist.
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Warum die Hirnforschung nützlich ist, aber das Bewusstsein nicht erklären kann

NeuronenUnion Jack„Irgendwie“ ist ein opportunistisches Wort. Es bezeichnet etwas nicht genau. Es lässt eine Sache im Ungefähren. Und man kann sich daran gewöhnen, die Sachen im Unklaren zu lassen. Und es kann zum Charakter einer Zeit werden, Sachen im Unklaren zu lassen, wenn auch nur in einigen Bereichen. Ein solcher Ausdruck der Zeit kann als kulturelle Situation der Unwahrheit oder des Übergangs angesehen werden. Mir scheint, dass dies heute der Fall ist. Warum die Hirnforschung nützlich ist, aber das Bewusstsein nicht erklären kann weiterlesen

Warum Naturgesetze nicht zu sehen sind, aber trotzdem gelten

NaturgesetzNormalerweise denken wir nicht nach, sondern nehmen die Welt so hin, wie sie sich zeigt. Sonst würden wir gar nicht leben können. Naiverweise sind wir Empiristen; oder umgekehrt: als Empiristen sind wir naiv. Intuitiv meinen wir, die Wahrheit läge auf der Stufe der sinnlichen Erkenntnis. Wenn wir die Welt nicht nehmen würden, wie sie sich uns unmittelbar zeigt, käme unser Lebensfluss ins Stocken. Warum Naturgesetze nicht zu sehen sind, aber trotzdem gelten weiterlesen

Warum Marx‘ Kritik am Kapitalismus richtig ist, aber seine Alternative nicht

MarxOkwui Enwezor, der Kurator der diesjährigen Biennale, lässt das dreibändige Werk „Das Kapital“ von Karl Marx ungekürzt durch Venedig schallen. Eine gigantische öffentliche Lesung. Thomas Piketty, Professor an der Pariser School of Economics hat 2014 ein 800-seitiges Werk mit massenhaftem Datenmaterial veröffentlicht; der Titel: „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Die politökonomische Analyse des Kapitals wird – zumindest im Titel – in eine gegenwärtige Form transponiert; egal wie man sie beurteilt, jedenfalls geht sie ungleich versöhnlicher mit dem Kapitalismus um als Marx im 19. Jahrhundert. Aber es ist klar, der Kapitalismus besteht nach wie vor: Das Thema bleibt, Marx auch. Also sollte man Marx auch diskutieren.

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Warum Darwins Evolutionstheorie richtig ist und sie die Welt doch nicht erklären kann

DarwinDarwins Evolutionstheorie hat paradigmatische Bedeutung für die Moderne. Was Darwin auf die Entstehung der Arten bezog, die Evolution, gewann Anerkennung als grundlegendes Prinzip der Wissenschaften und als Weltbild in der breiten Öffentlichkeit. Unter evolutionären Gesichtspunkten ließen sich Natur, Gesellschaft und Kultur realistisch erschließen. Auch die Dynamik der technischen Entwicklungen in den beiden vergangenen Jahrhunderten fand in der Theorie der Evolution ihren angemessenen Ausdruck.  Warum Darwins Evolutionstheorie richtig ist und sie die Welt doch nicht erklären kann weiterlesen